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Jan 16, 2010
Bologna-Prozess an der Uni Bonn diskutiert
Bericht vom JEF-Themenabend „Bonn goes Bologna“ am 14. Januar in der Universität Bonn
Bilder der Veranstaltung:
http://jef-nrw.blogspot.com/2010/01/bonn-goes-bologna-bilder-der.html
Kategorie: News
Erstellt von: JEF NRW
Bericht vom JEF-Themenabend „Bonn goes Bologna“ am 14. Januar in der Universität Bonn
Der Bologna-Prozess und seine Umsetzung hatte in den letzten Wochen von 2009 viele Gemüter erregt und Studierende dazu gebracht, Hörsäle zu besetzen und zu Tausenden bei Schnee und Regen zu demonstrieren. Zeit also, als pro-europäischer Jugendverband einen Themenabend dieser Reform zu widmen.
Am Donnerstag, den 14. Januar um 19 Uhr begann Herr Helmut Fangmann (Leitender Ministerialrat im Wissenschaftsministerium NRW) seinen Vortrag über die Umsetzung der Bologna-Beschlüsse und die Ausführung politischer Entscheidungen, welche das Studium betreffen. Er wies darauf hin, dass im Ministerium oft nur Anreize gesetzt werden können, aber die Universitäten in ihrer Autonomie viel selbst entscheiden könnten. So auch bei der Umsetzung des Bologna-Prozesses. Hier waren es die Hochschulen selbst, welche die neuen Bedingungen schufen, über die viele Studierende klagen.
Herr Fangmann wies allerdings darauf hin, dass es von der Politik gewünscht ist, gut 40% aller Abiturienten mit einem Hochschulabschluss zu versorgen. Um diese Quote bei steigenden Abiturquoten zu halten, müsse sich die universitäre Lehre insofern umstellen, dass sie nicht nur „junge Wissenschaftler“ ausbildet, sondern auch sich auf die Erfordernisse des Arbeitsmarktes einstellt. Hier gehörten nicht nur Auslandserfahrung, Sprachenvielfalt und großes theoretisches Wissen dazu, sondern besonders auch die Anwendung des Gelernten und die Eigenschaft, sich neue Inhalte schnell selbst anzueignen.
Im Gespräch mit Studierenden der Universität Bonn wies er auf die ökonomischen Vorteile hin, wenn man für das Studium einen Kredit aufnimmt, anstatt parallel zu arbeiten und damit das Studium zu verlängern. Die Zeit, die man dadurch länger bräuchte, könnte man im angestrebten Beruf besser bezahlt bekommen und so schnell den Kredit abbezahlen.
An den Vortrag schloss sich eine Podiumsdiskussion an, bei welcher Kandidaten zur Studierendenparlamentswahl über den Bologna-Prozess, Studierendenproteste, Studiengebühren und deren Verwendung sowie über den Umgang mit der Hochschulleitung diskutierten. In einem Punkt waren sich aber alle Lager einig: seit der Umstellung auf Bachalor-/Master-Abschlüsse finden sich immer weniger Studierende bereit, sich in den Fachschaften oder der Hochschulpolitik zu engagieren.
Beim Bonner JEF-Stammtisch, der den Abend ausklingen ließ, wurden die Gedanken des Abends nochmals besprochen und die Erfahrungen mit Studium und Studienreform ausgetauscht.
Die Hochschulgruppe der JEF an der Uni Bonn bedankt sich bei allen TeilnehmerInnen, Herrn Helmut Fangmann den Podiumsdiskutanten und besonders bei Dominik Gaida vom UniRadio, welcher die Diskussion moderierte.
Peter Laffin
Bilder der Veranstaltung:
http://jef-nrw.blogspot.com/2010/01/bonn-goes-bologna-bilder-der.html