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JEF Ruhrgebiet

News

Hier findest du die alle Neuigkeiten des Landesverbands und das wichtigste aus den Kreisverbänden. Dazu gehören Berichte über Veranstaltungen und unsere Projekte sowie Pressemitteilungen seit 2006.

JEF NRW in Bosnien-Herzegowina

STUDIENFAHRT BOSNIEN-HERZEGOWINA

JEF NRW in Bosnien-Herzegowina

(06.10.2015) Bosnien-Herzogowina: Was ist das für ein Land inmitten der Balkanstaaten? Der nächste Beitrittskandidat zur EU? Die JEF NRW möchte mehr zu den Hintergründen des politischen und gesellschaftlichen Systems wissen und reist für eine Woche nach Sarajevo. Vom 6. bis zum 13. Oktober 2015 sprechen zehn Junge Europäer aus NRW wir mit Vertretern der Politik und des gesellschaftlichen Lebens vor Ort.

Ankunft in Bosnien-Herzegowina

Schon bei der Landung war die Andersartigkeit dieses Landes sichtbar - Wohnhäuser wurden in unmittelbarer Nähe der Landebahn erbaut, die Architektur überraschte, wirkte sie doch mediteran inmitten der Gebirgslandschaft von Sarajevo. Doch das sollte nicht das Einzige bleiben, was uns in den nächsten Tagen überraschen sollte.

Zwei Stunden nach der Landung hatten wir bereits unseren ersten Termin im Parlament mit der Politikerin Maja Gasal-Vrazalica. Sie gehört zu der Sozialdemokratischen Partei und galt einst als politische Hoffnung in diesem Land. Gespannt, neugierig und noch unbedarft gingen wir zu unserem ersten Termin im Parlament.

Einführung im Parlament

Maja nahm sich Zeit für uns, sie führte uns durch die Räumlichkeiten, in denen die Staatsfunktionäre über die politische Ausrichtung des Landes diskutieren und Entscheidungen treffen. Und sie verriet uns noch mehr. Sie erläuterte uns die politische Situation in Bosnien und Herzegowina. Mit dem Dayton-Abkommen in 1995 wurde das Land in drei Mächte geteilt - den Kroaten (Katholiken) und den Bosniaken (Muslime) wurde die Bosnisch-kroatische Föderation (unterteilt in 10 Kantone) zugesprochen, wohingegen die Serben (orthodoxe Christen) die Republik Srpska zugeteilt bekamen. Diese Einigung schuf Frieden zwischen den Parteien, und erschuf zugleich wohl das komplizierteste politische System eines 3,8 Mio Staates. 

Das wohl komplizierteste politische System eines Staates

- 3 Präsidenten, die ihre Nation und nicht die Interessen eines Staates vertreten
- Jede Nation hat ihre eigene Sprache (bosnisch, serbisch, kroatisch) und versucht systematisch mithilfe der Sprache charakteristische Unterschiede zwischen den Volksgruppen zu schaffen
- Beschlossene Gesetze können (müssen aber nicht) von den Kantonen umgesetzt werden; es mangelt an Durchsetzungfähigkeit und Umsetzung von Recht und Gesetz
- Jede Volksgruppe kann jederzeit Veto gegenüber Gesetzesvorschlägen einbringen und den Prozess erlahmen
- Politische Posten werden nicht aufgrund von Qualifikationen vergeben, allein das "Parteibuch" (und damit unzertrennlich die Religionszugehörigkeit verbunden) ist entscheidend.
- Die "Anderen" (andere in Bosnien lebende Volksgruppen wie Juden, Albaner, Roma etc.) finden in dem erdachten System keine Berücksichtigung.

Eine festgefahrene Situation?

Maja ist eigentlich eine Kroatin, bezeichnet sich aber bewusst als Bosnier-Herzegowinerin. Sie möchte keine starken Volksgruppen, sie kämpft für eine Nation. Maja zeichnete ein Bild der Frustration und Stagnation in diesem Land. Doch ist es wirklich so festgefahren wie sie behauptet oder ist es fehlender Veränderungswille?

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Text von: Ulrike Genenz
Foto/Bild von: JEF NRW
Veröffentlicht am: 06.10.2015