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JEF Ruhrgebiet

News

Hier findest du die alle Neuigkeiten des Landesverbands und das wichtigste aus den Kreisverbänden. Dazu gehören Berichte über Veranstaltungen und unsere Projekte sowie Pressemitteilungen seit 2006.

Entscheidung(en) für Europa

BRÜSSELFAHRT 2014

Entscheidung(en) für Europa

(17.10.2014) Brüssel. Die meisten Menschen denken bei dem Gedanken an die Stadt an belgische Pralinen, das Atomium oder lustige Comicfiguren wie „Les aventures de Tintin“. Doch die zweisprachige Weltstadt, in der statistisch jeder zehnte Belgier lebt, ist nicht nur die pulsierende Hauptstadt Belgiens, sondern auch die Hauptstadt der Europäischen Union.

Und genau aus diesem Grund hat die JEF NRW in Kooperation mit der Jakob-Kaiser-Stiftung dieser Stadt vom 16. bis zum 18. Oktober 2014 einen Besuch abgestattet. Ein Busunternehmen aus dem Münsterland hat uns (24 junge Erwachsene, die größtenteils Mitglied in Kreisverbänden der JEF NRW sind) am Morgen des 16. Oktober 2014 in Münster, Bochum und Köln eingesammelt.

 

1. Tag

Nach einer ruhigen Busfahrt, bei welcher wir durch unseren Busfahrer „Timo“ in den Genuss sämtlicher Schlagerhits des neuen Jahrtausends kamen, steuerten wir gegen 13 Uhr unser Hotel in Brüssel an. Schnell wurden die Zimmer bezogen, die Koffer ausgepackt und etwas zu Essen für Zwischendurch gesucht, denn der erste Programmpunkt rückte näher.

Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen in Brüssel

Ein Beamter der Vertretung des Landes NRW (Thomas Wiltberger) hatte eingeladen, etwas über die Tätigkeit dieser Behörde zu erzählen. Auf dem Weg dahin haben wir ein weiteres Merkmal der Stadt kennen gelernt: Brüssel hat unheimlich enge Straßen. Mit dem Auto ist die Stadt schon schwer passierbar, aber mit dem Bus ist dies quasi unmöglich. Aber für Europaretter (Kampagne der JEF Deutschland zu den Europawahlen 2014) ist nichts unmöglich. Die Vertretung des Landes NRW ist übrigens eine von 14 Regionalvertretungen Deutschlands in Brüssel. Dort angekommen wurden wir „an einen großen Tisch“ gebeten, wo wir den Beamten mit unseren Fragen löchern durften. Inhaltlich wurde dabei unter anderem über ein Europa als Bundesstaat, die Aufgaben der Vertretung NRWs in Brüssel, die geringe Wahlbeteiligung bei den Europawahlen und über die Möglichkeit einer Wahlpflicht für Deutsche diskutiert.

Gemütlicher Abend im Hotel

Nach einem Gruppenfoto im Hof der Landesvertretung stand der Abend den Teilnehmern zur freien Verfügung. Einige von uns nutzten dies für einen Stadtspaziergang durch Brüssel. Dabei kamen wir an einigen Kathedralen, etlichen Pralinengeschäften, dem Grand Place und Manneken Pis vorbei. Letzteres hatten wir uns alle irgendwie etwas größer vorgestellt. In den frühen Abendstunden trafen sich einige der Teilnehmer noch in der Hotellobby, um den ersten Tag in gemütlicher Runde ausklingen zu lassen.

2. Tag

Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es dann am nächsten Morgen zu dem „Triathlon der Institutionen“. Als erstes haben wir das Europäische Parlament besucht. Dort wurden wir von einem jungen Mann namens Albrecht John empfangen, der selber erst vor Kurzem ein Praktikum beim Europaparlament absolviert hat und nun auf eine Festanstellung hoffen darf. Er hat uns einen kurzen Überblick über die Aufgaben des Europäischen Parlaments gegeben, bevor wir auch ihn mit gezielten Fragen löchern durften.

Die Europäische Kommission

Daraufhin wurde ein kurzen Blick in den Plenarsaal geworfen und ein erneutes Gruppenfoto geschossen. Anschließend sprinteten wir weiter durch den Brüsseler Stadtverkehr, um die Europäische Kommission zu besuchen. Nach einem Video-Einspieler, welcher ein Grußwort von Günther Oettinger an alle Besucher zeigte, erklärte uns ein Mitarbeiter der Kommission, wie diese eigentlich arbeitet. Dabei kam auch die Grundsatzdiskussion der Legitimation dieser auf und die Frage, wie sich die neue Kommission wohl zusammen setzt. Der Professor wiederum war sehr begeistert von dem Wissen von einigen aus unserer Gruppe und zeigte seine Begeisterung mit Schokoladentafeln.

Der Europäische Rat

Das Mittagessen wurde wieder individuell zu sich genommen und sich anschließend vor dem europäischen Rat getroffen. Hier durften wir an Tischen Platz nehmen, die sonst von Mitgliedern des Rates zum Tagen genutzt werden. Der Raum war natürlich abhörsicher. Herr Pawel Nalewajko, welcher für den europäischen Rat arbeitet, hat uns einen Einblick in seine Arbeit gegeben und wie er die Sitzungen vorbereitet.

Belgisches Bier und Verbandsarbeit

Der Abend durfte von den Teilnehmern wieder frei gestaltet werden. Einige haben sich dann wieder in der Hotellobby getroffen und (wie für die JEF typisch) ausführlich über tagespolitische Themen wie eine vereinfachte Steuererklärung oder die Verbandsarbeit in den einzelnen Kreisverbänden diskutiert. Das belgische Bier wurde dabei natürlich auch gekostet.

3. Tag

Am dritten und letzten Tag unserer Brüsselfahrt verließen wir das Hotel nach einem späteren Frühstück gegen 09:00 Uhr, um zur Stadtführung aufzubrechen. Unsere Gruppe erwartete eine klassische Touristenführung durch das Zentrum der Brüsseler Altstadt, dies stellte sich allerdings als falsch heraus. Stattdessen wurden wir in den Stadtteil Saint-Gilles geführt, der südlich an die Brüsseler Altstadt grenzt. Insbesondere beeindruckt waren wir vom Gefängnis des Stadtteils, das die meisten von uns wohl gerne als Hauptwohnsitz nutzen würden - "unkonventionelles Märchenschloss" hätte unserer Meinung nach besser gepasst. Auch das Rathaus mit seinen Goldengeln gefiel uns, der zugehörige Vorplatz mit den umliegenden Häusern wird nicht umsonst als Filmkulisse des 19. Jahrhunderts genutzt.

Abschluss des Stadtrundgangs und World-Café

Dass der Stadtteil heute nicht mehr an den früheren Reichtum anknüpfen kann, erfuhren wir in der folgenden Stunde. Trotzdem sorgte der Preis für eine warme Mahlzeit für Obdachlose bei der örtlichen Tafel - 7€! - für Gesichtsentgleisungen und Stirnrunzeln. Nach dem anschließenden Besuch des Wochenmarktes und der Kirche sammelte der Bus uns auf und brachte uns zur Jugendherberge Brüssels. Die nächsten anderthalb Stunden wurden in Form eines World-Cafés verbracht, in Kleingruppen informierten wir uns und diskutierten wir an vier Stationen verschiedene Themen:

An Tisch 1 erläuterte David Schrock die Gliederung der JEF europaweit und beantwortete Fragen bezüglich der Satzung, der Ziele und der Verwaltung der JEF. An Tisch 2 stellte Benjamin Altrogge das Konzept der Simulation des Europäischen Parlamentes (kurz SimEP) vor, Tisch 3 befasste sich unter der Moderation von Ludger Wortmann mit dem Begriff Föderalismus. Markus Thürmann und Carina Zens arbeiteten an Tisch 4 die Struktur und die Aufgaben eines Kreisverbands heraus.

Feedback und Rückfahrt


Zuletzt gab es eine Feedbackrunde: Auf Postern konnten wir Kritik, Verbesserungsvorschläge und Positives an der Brüsselfahrt festhalten, was David Schrock anschließend im Detail durchging, um Missverständnisse zu vermeiden. Gegen 14:15 Uhr fuhr der Bus aus Brüssel ab und hielt nach einer Futterpause bei Aachen wie geplant um 18:00 Uhr in Köln und um 19:00 Uhr in Bochum. Die Fahrt endete gegen 20:00 Uhr in Münster.

Text von: Nora Rijneveen und Carina Zens
Foto/Bild von: JEF NRW
Veröffentlicht am: 17.10.2014