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JEF Ruhrgebiet

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Hier findest du die gesamten News der JEF Bochum/Dortmund. Von der Gründung als JEF Ruhrgebiet bis heute sind hier alle Berichte zu unseren Veranstaltungen, Projekten und Events zusammenfasst: Länderabende, Podiumsdiskussionen, Straßenaktionen, Planspiele und vieles mehr. Kurz: hier findest du alle News mit und von der JEF Bochum/Dortmund.

Facettenreiches Königreich

Länderabend

Facettenreiches Königreich

(29.04.2016) Am Dienstag, den 19.04.2016 wurde es „very British“ im Essener Europe-Direct-Informationszentrum. Die Waliserin Bethan stellte nämlich ihre Heimat, das Vereinigte Königreich (UK) und seine unterschiedlichen Landesteile näher vor.

Allgemeiner Überblick

Bethan präsentierte zuerst die wesentlichen Fakten zum Vereinigten Königreich. Die Landessprachen sind Englisch, irisches und schottisches Gälisch. Großbritanniens Nationalflagge ist der sogenannte Union Jack. Dieser setzt sich aus den Flaggen Englands, Schottlands und Nordirlands zusammen. Interessant ist hierbei, dass sich die Flagge des kleinen Wales nicht im Union Jack widerspiegelt.

Das britische Parlament setzt sich aus zwei Kammern zusammen. Im sogenannten House of Commons sitzen die gewählten Abgeordneten, die am Gesetzgebungsprozess beteiligt sind. Das House of Lords wird hingegen nicht gewählt und versammelt im Wesentlichen verdiente Mitglieder der Gesellschaft. Es nimmt heutzutage weitgehend repräsentative Aufgaben wahr.

Großbritanniens Mehrheitswahlrecht kann oftmals zu Verzerrungen führen. So erhielt etwa die rechtspopulistische UKIP viele Stimmen bei der letzten Parlamentswahl, bekam allerdings nur wenige Sitze im House of Commons, da sie nur wenige Wahlkreise gewinnen konnte.

Die dominierende Religion in England ist die anglikanische Church of England, wohingegen in Schottland die calvinistische Church of Scotland die größte Konfession ist. Es gibt ebenso eine katholische Minderheit, die vor allem in Nordirland stark vertreten ist. In Folge von Migration ist im gesamten Vereinigten Königreich auch eine große muslimische Gemeinde entstanden.

Schicksalsentscheidung Brexit

Bethan kam in ihrem Vortrag auch auf das Thema zu sprechen, das für Großbritannien momentan ganz oben auf der politischen Agenda steht: das Referendum über den Verbleib des Vereinigten Königreiches in der EU („Brexit“), das am 23. Juni dieses Jahres stattfindet. Der konservative britische Schatzkanzler und Austrittsgegner George Osbourne betonte hierzu etwa, dass ein Großbritannien außerhalb der EU permanent ärmer sei. Die Brexit-Befürworter würden dagegen behaupten, dass die Eurozone eine tickende Zeitbombe sei und ein Austritt der EU somit eine dringende Aufgabe wäre.

Bethan wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der britische Premierminister Cameron von der Conservative Party eigentlich kein Referendum abhalten wollte. Letztendlich habe er der Idee eines Referendums aber doch zugestimmt, um der euroskeptischen Partei UKIP von Nigel Farage den Wind aus den Segeln zu nehmen.

In ihrem Vortrag betonte Bethan zudem, dass viele Briten nicht genau wüssten, welche Kompetenzen die EU eigentlich besitzt. Darüber hinaus wies sie darauf hin, dass innerhalb der verschiedenen Landesteile unterschiedliche Einstellungen gegenüber der europäischen Einigung vorherrschen. So sind Schottland und Wales tendenziell proeuropäischer eingestellt als viele Regionen Englands.

Im Falle eines Brexits könnte es gut sein, dass wieder Stimmen nach einem neuen schottischen Unabhängigkeitsreferendum laut werden würden. Die Idee einer walisischen Unabhängigkeit hat aus Bethans Sicht allerdings keine große Anhängerschaft, da Wales im Vergleich zu Schottland nur über eine kleine Industriebasis verfügt und folglich als unabhängige Nation nur schwer überlebensfähig wäre.

Vielfältiges Großbritannien

Bethan zeigte in ihrem Vortrag, dass das Vereinigte Königreich ein sehr vielfältiges Land ist. Jeder Landesteil verfügt über eine eigenständige Kultur und Tradition. Von daher dürfe man Großbritannien niemals nur auf die Weltmetropole London reduzieren.

Text von: Jan Meiser
Foto/Bild von: Jan Hildebrand
Veröffentlicht am: 29.04.2016