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Hier findest du die gesamten News der JEF Münster. Von der Gründung der JEF Münster bis heute sind hier alle Berichte zu unseren Veranstaltungen, Projekten und Events zusammenfasst: ''Discuss Europe'', Podiumsdiskussionen, Straßenaktionen, Planspiele und vieles mehr. Kurz: hier findest du alle News mit und von der JEF Münster.

Die Präsidentschaftswahl geht in die zweite Runde – genau wie unser Diskussionsformat

Discuss Europe

Die Präsidentschaftswahl geht in die zweite Runde – genau wie unser Diskussionsformat

(02.05.2017) Am Dienstag, den 2. Mai 2017 ging unser Discuss Europe-Stammtisch zur französischen Präsidentschaftswahl in die zweite Runde. Unter den knapp 25 Teilnehmenden sahen wir viele bekannte aber auch einige neue Gesichter.

Gemeinsam gaben Marlon Hilden und Paula Reichert den Teilnehmenden einen Input zur Macht des Präsidenten im politischen System Frankreichs und zu den Ergebnissen des ersten Wahlgangs vom 23. April. Daran anschließend gaben der Franzose Théodore Cussac sowie die Französinnen Thaïs Bertaux und Elsa Landry interessante und teils persönliche Statements zur Ausgangslage vor der Stichwahl am 7. Mai ab. Als Studierende des binationalen Studiengangs ‚Internationale und Europäische Governance‘ in Münster und dem französischen Lille nehmen sie neben der deutschen Berichterstattung zur Präsidentschaftswahl natürlich insbesondere die politische Stimmung in ihrem Heimatland wahr. Dieser authentische Einstieg in die Diskussion lieferte spannende Aspekte, eröffnete aber auch Fragen.

In den letzten Jahren seien die Unterschiede zwischen den beiden ehemals größten Parteien Les Républicains und Parti Socialiste immer weiter verschwommen. Mit den Kandidaten Emmanuel Macron (En March) und Marine Le Pen (Front National) seien nun zwei Personen in der Stichwahl, die nicht unterschiedlicher sein könnten, aber gleichzeitig vor Augen führen, dass die französische Bevölkerung gespalten ist. Auffällig sei insbesondere, dass die Kandidatur von Le Pen kaum auf Widerstand stoße, während der Einzug ihres Vaters Jean-Marie Le Pen in die Stichwahl 2002 von Protesten begleitet war.

Ausgeprägt ist die Ungewissheit darüber, wem die Wählerinnen und Wähler der Verlierer aus dem ersten Durchgang ihre Stimme geben werden. Insbesondere für viele Anhänger des stark links ausgerichteten Mélenchon (Parti de Gauche), wie auch des konservativen Fillon (Les Républicains) scheinen sowohl der liberale Pro-Europäer Emmanuel Macron als auch die nationalkonservative Marine Le Pen unwählbar. Aktuelle Umfragen und die Eindrücke der Studierenden des binationalen Studiengangs gehen von einer hohen Enthaltungsquote aus, welche Marine Le Pen zum Sieg verhelfen könnte.

Sollte Macron ins Präsidentschaftsamt gewählt werden, muss En March schnellstmöglich von einer sozialen Bewegung zu einer richtigen Partei werden. Nur so besteht überhaupt die Voraussetzung dafür, dass Abgeordnete für En March in die Assemblée nationale einziehen können. Ohnehin werde es nach den Parlamentswahlen am 11. Juni 2017 besonders schwierig Mehrheiten zu bilden. Die Angst vor Stillstand und einer weiteren Verschlechterung der gesellschaftlichen sowie politischen Situation ist unter den Diskutanten spürbar. Dennoch scheint es Hoffnung zu geben, da mit der Bewegung En March viele Menschen in die Politik bzw. das Parlament finden könnten, die zuvor keine politischen Erfahrungen gemacht oder Ämter bekleidet haben. Die vielfältigen Lebenserfahrungen dieser Menschen könnten neuen Schwung und interessante Ideen und Umsetzungsmöglichkeiten hervorbringen.

Gespannt und in der Hoffnung einen offenkundigen Pro-Europäer als nächsten französischen Präsidenten in den Élysée-Palast einziehen zu sehen, warten wir auf das Ergebnis der Stichwahl am 7. Mai 2017.

Text von: Lena Heidemann
Foto/Bild von: Lena Heidemann
Veröffentlicht am: 02.05.2017